Bundeseinheitliche Softwarelösung zur Erfassung von betrieblichen Umweltdaten
Herausforderung
Ab 2008 haben Betreiber bestimmter Industrieanlagen gemäß
der PRTR-Verordnung jährlich Daten zu Freisetzungen in Luft, Wasser und Boden
sowie zu Verbringungen von Schadstoffen und Abfällen den zuständigen Behörden
zuzuleiten. Bund und Länder haben beschlossen, gemeinsam mit einer
bundeseinheitlichen Software eine integrierte Berichterstattung auf elektronischem
Wege zu ermöglichen. Den meldepflichtigen Betreibern soll dazu eine Webanwendung
zur Verfügung gestellt werden. Gleichzeitig soll den Nutzern auch eine offline
betriebene Version angeboten werden. In BUBE-Online soll ebenfalls die
betriebliche Berichterstattung nach der 11. BImSchV (Emissionserklärung) und
13. BImSchV (Großfeuerungsanlagen) integriert werden. Die Daten fließen im letzten
Schritt in ein nationales Register und stehen dann online auch der
Öffentlichkeit zur Verfügung.
Vor dem Hintergrund der sich aus der Verordnung ergebenden
zeitlichen Vorgaben ist eine zügige Abwicklung des gesamten Software-Projektes
inklusive schneller Programmierung notwendig.
Lösung
Der Lösungsansatz von deborate basiert auf individuell
angepassten OpenSource Komponenten und Eigenentwicklungen. Hierbei wird ausschließlich
auf XML und Java Technologien zurückgegriffen, welche sich als
herstellerunabhängige Standards in den letzten Jahren durchgesetzt haben. Sie
erlauben ein schnelles und effizientes Entwickeln sowohl von Standalone als
auch von webbasierenden Lösungen, die darüber hinaus plattformunabhängig sind.
Der Webanwendung liegt eine moderne Dreischicht-Softwarearchitektur mit Oracle-
und PostgreSQL-Datenbanken zu Grunde inkl. integrierter
XML-Schnittstellenverwaltung.
Erstmalig für eine Behördenanwendung wird aus der fertigen
Online-Lösung eine Offline-Variante erstellt, so dass das
Erfassungssystem auch ohne Verbindung in das Internet einsetzbar ist. Die Offline-Version wird den Betreibern
als Download im Internet oder auf CD/DVD bereit gestellt. Offline erstellte
Berichte/Erklärungen sind nach ihrer Fertigstellung über eine Schnittstelle als
XML-Datei an die Internetanwendung übertragbar.
Nutzen
BUBE-Online wird eine umfassende elektronische Abwicklung
der Berichterstattung ermöglichen: die Dateneingabe durch die Betreiber, die
Qualitätsprüfung durch die zuständigen Länderbehörden, die Zusammenführung der
Länderdaten beim UBA (einschließlich Veröffentlichung im nationalen Register
und Weiterleitung an die EU).
Da es sich um sensible, teilweise geheim zu haltende Daten
handelt, wird die Anwendung die höchstmöglichen
Anforderungen an die IT-Sicherheit erfüllen und größten Datenschutz garantieren.
So regelt ein mehrdimensionales Rollen-Rechte-Konzept die
Datenzugriffsmöglichkeiten gemäß den pro Benutzergruppe festgelegten
Eigenschaften. Betreiber haben demnach schreibenden und bearbeitenden Zugriff
ausschließlich auf ihre eigenen Daten. Dabei können sie die von ihnen erzeugten
Daten jederzeit als XML-Datei auf dem Arbeitsplatzrechner speichern oder den
jeweiligen Datenstand übersichtlich ausdrucken.
Zu den Vorzügen der Anwendung zählt, dass schon bei
Verwaltung der Rollen und Rechte sogenannte Zuständigkeitsübergaben festgelegt
werden, die die Arbeitsschritte zwischen den Nutzergruppen als Workflow
abbilden. Wenn z.B. der Betreiber nach Fertigstellung des Berichtes die
offizielle Abgabe seiner Daten in BUBE-Online mit Auslösen einer entsprechenden
Funktion vorgenommen hat, wird dies als offizielle Abgabe im System
dokumentiert. Im nächsten Schritt erhalten die Behörden die Information, dass
die Daten zur weiteren Prüfung zur Verfügung stehen.
Ein hoher Benutzerkomfort wird durch detaillierte
Eingabemasken mit komfortablen Auswahllisten, einem direkten Schnellzugriff auf
die zuletzt eingesehenen Datensätze (Navigationsbaum mit Historienfunktion)
sowie zahlreiche Auswertungsfunktionalitäten und Exportmöglichkeiten
erreicht.
BUBE-Online hat am 16. Juni 2008 für die
Berichterstattung nach PRTR und 13. BImSchV den Produktivbetrieb
aufgenommen. Das Softwaremodul für die Berichterstattung nach der 11.
BImSchV befindet sich zur Zeit in der finalen Entwicklung.
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